Wie Stress mich erdrückt hat

Es gab eine Zeit, da habe ich nicht gemerkt, wie viel Stress ich wirklich trug.

Ich habe funktioniert.

Weitergemacht.

Mich angepasst.

Und gedacht, das sei normal.


Stress kam nicht laut.

Er kam schleichend.

In Form von innerer Unruhe, Anspannung im Körper, Müdigkeit,

die auch nach Schlaf nicht verschwand.

Ich habe vieles ausgehalten, ohne es so zu nennen.


Ich habe mir wenig Pausen erlaubt.

Habe geglaubt, ich müsse stark sein, belastbar, durchziehen.

Dass es irgendwann leichter wird, wenn ich nur weitermache.

Aber das Gegenteil war der Fall.


Der Stress hat mich enger gemacht.

Meine Gedanken wurden schwerer.

Meine Geduld kürzer.

Mein Körper hat angefangen, sich zu melden,

lange bevor ich bereit war, zuzuhören.


Irgendwann habe ich verstanden:

Stress erdrückt nicht auf einmal.

Er erdrückt, wenn man sich selbst dabei vergisst.


Heute sehe ich klarer, wie viel ich getragen habe.

Und auch, warum es zu viel war.

Nicht, weil ich schwach war –

sondern weil ich zu lange stark sein wollte.


Dieser Text ist kein Rückblick voller Vorwürfe.

Er ist ein Anerkennen dessen, was war.

Und ein leises Versprechen an mich selbst,

früher hinzuspüren, früher langsamer zu werden,

früher bei mir zu bleiben.

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